Ironman in Down Under

Nach einem mehrtägigen Nomadenleben bin ich endlich wieder in heimischen Gefilden angekommen und muss mich entschuldigen, dass ich noch nichts über mein Ergebnis beim Ironman Australia berichtet habe.

4 Tagep3310553.jpg vor dem Rennen sind mein Mann und ich in Port Macquarie angekommen nachdem wir fast 2 Tage unterwegs waren. Port Macquarie ist eine schöne verschlafene Kleinstadt an der Ostküste Australiens mit langen Stränden, Koalas und viel Sonne. Also hieß es sich noch schnell zu akklimatisieren und ein paar Recom-Einheiten zu absolvieren. Beim Abfahren der Rad- und Laufstrecke (größtenteils mit dem Auto;-) waren wir ganz schön platt: Berge über Berge... Gut das das Schwimmen wenigstens flach war!

Der Schwimmstart war total chaotisch: es war ein Massenstart (1500 Triathleten) und wir Profis waren gerade einmal 20m vor ihnen - alle hatten Angst überrollt zu werden. Und so war es dann auch fast - so viele Schläge musste ich noch nie einstecken und es war auch das erste Mal, dass ich zwischendurch angehalten habe um überhaupt Luft zu bekommen. Vom Gefühl her war es eher wie Untergehen, aber um so erstaunter war ich, als ich aus dem Wasser kam: da stand wirklich eine 54er Zeit! Naja, da konnte ich mich ja nur noch aufs Radeln freuen.

Dip3310569.jpge Radstrecke war bisher die schwerste, die ich je gefahren bin und jetzt wusste ich auch warum die "triathlon" dieses Rennen als das Schwerste eingestuft hatte. Auf den 180km musste man fast 2000 Höhenmeter bezwingen und ein auffrischender Wind machte jede Runde schwerer. Hinzu kamen die schlechten Straßenverhältnisse: rauher Asphalt und Unebenheiten: Bilanz des Tages = angeblich 3 Bein- und 1 Armbruch! Bis Kilometer 140 lief alles wie am Schnürchen - ich hatte mich bis auf Platz 4 vorgekämpft und war auf dem besten Weg eine der schnellsten Radzeiten des Tages hinzulegen. Jedoch kam alles anders: auf einmal pfiff es neben mir und ich bekam 5min Zeitstrafe aufgebrummt wegen Windschattenfahren - und ich habe wirklich versucht immer meinen Abstand einzuhalten, aber in diesem Augenblick war ich von 2 Leuten eingekeilt, da einer mich überholte und ich auf den anderen aufgefahren war - es war wirklich nicht immer einfach bei 1500 Leuten auf 60km. Naja - von da an brach etwas in mir zusammen und ich habe mich selber aufgegeben. Die letzten 40km waren dann nur noch ins Ziel schleichen. Das Einzigste was mich am "Leben" erhielt war das Abkommen mit Sebastian: wir finishen, egal was ist!

Als 6. Frau bin ich dann auf die Marathonstrecke gegangen - die ersten Kilometer gingen mir sehr schwer von "den Beinen", aber als ich merkte, dass nach Vorne vielleicht noch etwas gehen könnte, hielt ich tapfer dagegen und kämpfte mich auf Platz 4 vor! Und die Strecke hatte es echt in sich: wir mussten regelrecht Berge erklimmen: 3x1,5km ging es richtig hoch! 

Am Ende lief ich als 4. Frau glücklich über die Ziellinie - auch wenn es nicht zu einem Podiumsplatz reichte, war es mein bisher bestes Rennen! Kurz nach mir überquerte dann auch Sebastian die Ziellinie: er hatte mit den gleichen Problemen zu kämpfen wir ich: 5min Zeitstrafe und extra noch eine Strafe wegen einer weggeworfenen Flasche. Aber dadurch, dass wir uns gegenseitig immer wieder im Rennen begegnet sind, haben wir beide nicht aufgegeben und haben ein solides Rennen hingelegt, auf dem wir für die kommende Saison in Deutschland gut aufbauen können.